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Verein 11. Dezember 2022

Unsere Vereinsgeschichte – Mehr als 100 Jahre Fußball in Winterbach

Die Ursprünge des Fußballsports in Winterbach reichen bis ins Jahr 1913 zurück, als der "Fußball-Club Sportvereinigung Winterbach 1913" gegründet wurde. Die handgeschriebene Satzung, die vom Amtsbürgermeister genehmigt wurde, blieb bis vor kurzem im Privatbesitz und wurde nun dem Verein von Alois Braun, dem ersten Vorsitzenden, als wertvolles Dokument überreicht. Dieses Zeugnis reflektiert die sportlichen Aktivitäten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Von Thomas Handle7 Minuten Lesezeit
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Von den ersten Fußballern bis zur SG Bliesen-Winterbach

Wenn heute auf dem Sportplatz in Winterbach der Ball rollt, ist das für viele selbstverständlich. Doch die Geschichte des Fußballs in unserem Ort begann lange bevor es Kunstrasenplätze, LED-Flutlicht oder moderne Sportheime gab.

Sie begann mit jungen Männern, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Begeisterung für einen damals noch jungen Sport teilten. Seitdem sind mehr als 100 Jahre vergangen – Jahre voller großer Erfolge, schwieriger Zeiten, Meisterschaften, Abstiege, Neuanfänge und vor allem voller Menschen, die ihren Verein mit Leidenschaft getragen haben.

1913 – Die ersten Schritte

Die Ursprünge des Fußballsports in Winterbach reichen bis ins Jahr 1913 zurück. Damals wurde der „Fußball-Club Sportvereinigung Winterbach 1913“ gegründet.

Ein besonderes Zeugnis dieser frühen Jahre hat die Zeit bis heute überdauert: die handgeschriebene Vereinssatzung, die seinerzeit vom Amtsbürgermeister genehmigt wurde. Über viele Jahrzehnte befand sie sich in Privatbesitz, bevor sie dem Verein von Alois Braun, dem ersten Vorsitzenden, als wertvolles historisches Dokument übergeben wurde.

Sie erinnert an eine Zeit, in der Fußball noch etwas völlig Neues war und sich der Sport erst langsam seinen Platz im gesellschaftlichen Leben erkämpfte.

Doch die Entwicklung wurde jäh unterbrochen. Der Erste Weltkrieg brachte den jungen Fußballsport weitgehend zum Erliegen.

1920 – Ein neuer Anfang mit „Falke“

Nach dem Krieg kehrte auch in Winterbach die Begeisterung für den Fußball zurück. Um 1920 schlossen sich sportbegeisterte junge Männer zum Fußballverein „Falke“ zusammen.

Unter der Führung von Ludwig Klos entstand erneut eine Gemeinschaft, die dem runden Leder nachjagte. Doch auch dieser Versuch war nicht von Dauer. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Turbulenzen der 1920er-Jahre machten dem Verein zu schaffen. 1926 musste „Falke“ seine Aktivitäten einstellen. Doch damit war die Geschichte des Fußballs in Winterbach keineswegs beendet.

1927 – Die Geburtsstunde der heutigen Sportfreunde

Nur ein Jahr später wurde das Fundament für unseren heutigen Verein gelegt. Auf Drängen zahlreicher fußballbegeisterter Jugendlicher trafen sich im März 1927:

Robert Groß, Robert Laub, Josef Leist, Jakob Rauber, Eugen Recktenwald, Josef Recktenwald und Alois Selgrath.

Ihr Ziel war klar: In Winterbach sollte wieder dauerhaft Fußball gespielt werden. Die Sportfreunde Winterbach waren geboren.

Und die Gründerväter ließen keine Zeit verstreichen. Neben einer ersten und zweiten Mannschaft wurde bereits eine erste Jugendmannschaft ins Leben gerufen. Schon im Herbst 1927 nahm sie an den ersten Meisterschaftsspielen teil. Ein Jahr später kam eine zweite Jugendmannschaft hinzu. Was damals begann, sollte zu einem festen Bestandteil des Winterbacher Dorflebens werden.

Eine Jugendmannschaft sorgt für Aufsehen

Besonders die Jugend der Sportfreunde sorgte in den ersten Jahren für Furore. Von 1927 bis 1930 gewann die Mannschaft dreimal in Folge die Meisterschaft im Bliesgau. Auch bei den anschließenden Saarlandmeisterschaften bewiesen die jungen Winterbacher ihr Können. Erst Borussia Neunkirchen und der SV Heiligenwald konnten die Mannschaft jeweils knapp stoppen.

Für einen jungen Verein aus einem kleinen Dorf waren diese Erfolge ein deutliches Zeichen: In Winterbach wurde nicht nur Fußball gespielt – hier wurde bereits erfolgreich Fußball gelebt.

Die ersten Vereinsjahre

Josef Leist übernahm als erster Vorsitzender die Führung des jungen Vereins. Schon bald folgte ihm Eugen Recktenwald, ehe Robert Laub den Vorsitz übernahm. Laub prägte die Sportfreunde über viele Jahre und sollte auch nach dem Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Vereins spielen.

Sportlich trat Winterbach zu dieser Zeit in der B-Klasse an. Eine C-Klasse, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Zu Beginn der 1930er-Jahre war der Verein bereits auf fünf Mannschaften angewachsen.

Doch die politischen Veränderungen ab 1935 machten auch vor dem Vereinsleben nicht halt. Der Fußball als Breitensport wurde zunehmend zurückgedrängt, während andere Formen der körperlichen Ertüchtigung und das organisierte Marschieren in Uniform an Bedeutung gewannen.

Trotz dieser schwierigen Umstände konnte Winterbach von 1937 bis 1943 weiterhin am Verbandsspielbetrieb teilnehmen. Dann kam erneut der Krieg. Von 1943 bis 1945 ruhte der Vereinsbetrieb.

1945 – Wiederaufbau und Neubeginn

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lag vieles am Boden. Doch eines kehrte schnell zurück: die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Normalität. Im November 1945 wurde der Verein unter dem Vorsitz von Heinrich Staub neu gegründet. Auch im St. Wendeler Land kehrte das Interesse am Fußball rasch zurück. Und in Winterbach begann eine neue Epoche.

In der Nachkriegszeit entstand außerdem eine Tischtennisabteilung unter der Leitung von Josef Backes. Auch wenn sich beide Abteilungen später wieder trennten, zeigte sich schon damals die Vielfalt des Vereinslebens.

Sportlich ließen die ersten Erfolge nicht lange auf sich warten.

Die ersten Meisterschaften nach dem Krieg

Bereits 1947 sicherte sich Winterbach die Meisterschaft in der Kreisklasse 2. Von 1947 bis Oktober 1951 spielte die Mannschaft anschließend in der Kreisklasse 1. Aufgrund von Spielermangel musste der Spielbetrieb schließlich eingestellt werden.

Doch wieder einmal bewiesen die Sportfreunde, dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten.

1952 wagte der Verein unter Hans Walter einen Neustart in der Kreisklasse 2. Und wieder folgte der Erfolg: 1954 wurde Winterbach erneut Meister. Allerdings musste der Verein nur zwei Jahre später einen herben Rückschlag hinnehmen. Wegen der Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls wurde die Mannschaft 1956 vom Meisterschaftsspielbetrieb ausgeschlossen.

Aufgeben? Nicht in Winterbach.

In den Spielzeiten 1958/59 und 1959/60 wurde die erste Mannschaft sogar für ihre besonders faire Spielweise mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet.

1972 – Ein Meistertitel für die Ewigkeit

Die folgenden Jahre waren geprägt von sportlicher Konstanz. Winterbach etablierte sich regelmäßig in den oberen Tabellenregionen. Dann kam das Jahr 1972. Die Mannschaft spielte eine Saison, die bis heute einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte einnimmt: ungeschlagen wurde Winterbach Meister der B-Klasse Schaumberg.

Das entscheidende Endspiel in Friedrichsthal wurde zu einem echten Fußballkrimi.

Winterbach lag bereits 0:2 zurück. Doch statt sich geschlagen zu geben, kämpfte sich die Mannschaft zurück. Aus 0:2 wurde 1:2. Dann 2:2. Und schließlich: 3:2 für Winterbach.

Ein dramatischer Sieg, ein historischer Meistertitel und ein Moment, der sich tief in das Gedächtnis der damaligen Generation eingebrannt hat.

Passender hätte das Jahr zum 45-jährigen Vereinsbestehen kaum sein können.

Auch in den folgenden Jahren blieb Winterbach erfolgreich. 1977 erreichte die Mannschaft den dritten Tabellenplatz in der A-Klasse Nordsaar.

1972 – Ein eigenes Zuhause

1972 war nicht nur sportlich ein besonderes Jahr. Mit der Einweihung des Sportlerheims „In der Seiters“ erhielt der Verein ein neues Zuhause. Das Gebäude wurde in Eigenregie errichtet – ein weiteres Beispiel für das, was die Sportfreunde über Jahrzehnte geprägt hat:

Gemeinschaft, Eigenleistung und der Wille, gemeinsam etwas aufzubauen.

1976 wurde der Sportplatz erweitert und mit einer neuen Spielfelddecke ausgestattet. Die Grundlage für die nächsten Jahrzehnte war geschaffen.

Die 1980er – Schwierige Jahre und ein neuer Anlauf

Die 1980er-Jahre stellten die Sportfreunde sportlich vor neue Herausforderungen. Die erste Mannschaft musste bis in die Kreisliga zurück. Doch wieder begann der Kampf um den Wiederaufstieg. Unter dem Vorsitz von Lothar Wiesen und Spartenleiter Werner Papst wurde die Mannschaft neu aufgebaut. Der Einsatz sollte sich auszahlen:

1988/89 gelang der Wiederaufstieg.

Damit begann eine neue Phase des Aufschwungs, die nicht zuletzt von einer erfolgreichen Jugendarbeit getragen wurde.

2003 – Winterbach bekommt Kunstrasen

Ein weiterer Meilenstein folgte im Jahr 2003: Die Sportfreunde erhielten einen neuen Kunstrasenplatz. Für den Verein bedeutete dies weit mehr als eine neue Spielfläche. Die moderne Anlage verbesserte die Trainingsmöglichkeiten und schuf neue Perspektiven für Jugend- und Seniorenfußball. Der Verein investierte damit erneut in seine Zukunft.

2007/08 – Zurück in die Bezirksliga

Unter Trainer Michael Morsch erlebte die erste Mannschaft eine weitere Sternstunde. In der Saison 2007/08 sicherte sich Winterbach die Meisterschaft in der Kreisliga A Schaumberg. Nach 25 Jahren kehrten die Sportfreunde damit wieder in die Bezirksliga zurück. Und es sollte noch besser kommen.

Durch eine Spielklassenreform erreichte Winterbach anschließend einen historischen dritten Platz in der Landesliga Nordost. Eine außergewöhnliche Entwicklung für den Verein – doch wie so oft in der Vereinsgeschichte folgten auf Höhen auch schwierige Jahre.

2015–2019 – Rückschläge und Comebacks

2015 musste Winterbach den Gang zurück in die Bezirksliga St. Wendel antreten. Nur ein Jahr später folgte der nächste Rückschlag: der Abstieg in die Kreisliga A Weiselberg. Doch wer die Geschichte der Sportfreunde kennt, weiß: Winterbach kommt immer wieder zurück. Bereits in der Saison 2016/17 gelang der erneute Aufstieg in die Bezirksliga WND. 2018/19 folgte allerdings der nächste Abstieg – diesmal in die Kreisliga A Blies.

Doch auch dieser Rückschlag sollte nicht das Ende sein.

2018 – Neue Spielfläche für die nächsten Generationen

Parallel zum sportlichen Geschehen wurde auch die Sportanlage weiterentwickelt. Im Jahr 2018 wurde der Kunstrasenplatz erneuert. Die neue Spielfläche bedeutete erneut bessere Bedingungen für Training und Spielbetrieb und war insbesondere für die Nachwuchsarbeit von großer Bedeutung. Damit setzte der Verein seinen Weg konsequent fort: investieren, modernisieren und den nächsten Generationen gute Voraussetzungen bieten.

2021/22 – Wiederaufstieg in die Bezirksliga

In der Saison 2021/22 gelang erneut der Aufstieg. Die Sportfreunde waren zurück in der Bezirksliga Blies/Nahe. In der darauffolgenden Saison 2022/23 bestätigte die Mannschaft ihre Leistungsfähigkeit und beendete die Runde auf einem starken vierten Tabellenplatz.

Corona – Stillstand auf dem Platz, Bewegung im Verein

Dann kam eine Zeit, wie sie wohl niemand zuvor erlebt hatte. Die Corona-Pandemie legte den Sportbetrieb weitgehend lahm. Spiele wurden abgesagt, Trainings mussten pausieren und das Vereinsleben kam für lange Zeit zum Erliegen. Doch während auf dem Platz kein Fußball gespielt werden durfte, herrschte im Verein keineswegs Stillstand. Die erzwungene Pause wurde genutzt, um unser Clubheim umfassend zu renovieren und auf Vordermann zu bringen.

Wo normalerweise Spieler, Trainer und Zuschauer ein- und ausgingen, wurde nun gebaut, renoviert und angepackt. Wieder einmal zeigte sich, was die Sportfreunde über Jahrzehnte ausgezeichnet hat:

Wenn viele Hände gemeinsam anpacken, kann auch aus einer schwierigen Situation etwas Positives entstehen.

2024 – Licht für die Zukunft

Mit dem Jahr 2024 setzte der Verein erneut ein deutliches Zeichen für Modernisierung und Nachhaltigkeit. Die bisherige Flutlichtanlage wurde durch eine moderne und umweltfreundliche LED-Flutlichtbeleuchtung ersetzt.

Die neue Beleuchtung sorgt für optimale Lichtverhältnisse auf dem Sportplatz und reduziert gleichzeitig den Energieverbrauch. Damit wurde die Sportanlage nicht nur technisch auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Vereinsbetriebs gemacht.

2024/25 – Eine neue Grillhütte entsteht

Und wieder wurde selbst Hand angelegt. Zwischen 2024 und 2025 entstand unter der Leitung von Sascha Groß auf dem Sportgelände eine neue Grillhütte. Sie ist weit mehr als nur eine zusätzliche Einrichtung am Sportplatz. Sie schafft einen neuen Treffpunkt für Spieler, Zuschauer, Familien und Vereinsmitglieder und bietet Raum für gemeinsame Veranstaltungen, Feiern und gesellige Stunden.

Damit wurde die Sportanlage um einen weiteren Ort ergänzt, an dem das entstehen kann, was einen Verein letztlich ausmacht:

Gemeinschaft.

2024/25 – Ein neues Kapitel: Die SG Bliesen-Winterbach

Mit der Saison 2024/25 begann schließlich ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte. Gemeinsam mit dem SV Bliesen wurde die SG Bliesen-Winterbach gegründet. Damit wurde nicht nur eine neue sportliche Verbindung geschaffen, sondern auch ein zukunftsorientierter Weg eingeschlagen. Seit der Gründung der SG sind die Sportfreunde wieder mit drei Herrenmannschaften im Spielbetrieb vertreten. Die zweite Mannschaft startete zunächst in der Kreisliga A Ill/Theel und spielt mittlerweile in der Kreisliga A Nahe. Die dritte Mannschaft tritt in der Kreisliga B Blies/Nahe an.

Die erste Mannschaft konnte sich in der Saison 2025/26 den fünften Tabellenplatz sichern.

Mehr als 100 Jahre – und noch lange nicht am Ende

Mehr als ein Jahrhundert Fußball in Winterbach bedeutet weit mehr als Tabellenplätze, Meisterschaften und Aufstiege.

Es bedeutet:

  • Menschen, die Verantwortung übernommen haben.
  • Menschen, die Plätze gebaut, Mannschaften trainiert, Trikots gewaschen, Spiele organisiert und Jugendspieler begleitet haben.
  • Menschen, die in schwierigen Zeiten nicht aufgegeben haben und in guten Zeiten gemeinsam gefeiert haben.

Von den ersten Fußballern im Jahr 1913 über die Gründung der heutigen Sportfreunde im Jahr 1927, die großen Erfolge der Jugend, die Meisterschaften und Aufstiege, die schwierigen Jahre, die vielen Neuanfänge und schließlich die heutige SG Bliesen-Winterbach zieht sich ein roter Faden durch die gesamte Geschichte:

Die Sportfreunde Winterbach sind immer wieder aufgestanden und weitergemacht.

Und auch abseits des Fußballplatzes wurde immer wieder angepackt: beim Bau und der Erweiterung der Sportanlage, bei der Erneuerung des Kunstrasens, bei der Renovierung des Clubheims während der Corona-Pandemie, beim Bau der neuen Grillhütte und bei der Installation der modernen LED-Flutlichtanlage.

All diese Projekte haben eines gemeinsam: Sie wurden für die Zukunft geschaffen.

Für die Kinder und Jugendlichen, die heute auf dem Platz stehen. Für die Mannschaften, die morgen um Punkte kämpfen. Für die Familien, die ihre Wochenenden am Sportplatz verbringen. Und für all jene, die den Verein auch in Zukunft mit Leben füllen werden. Denn Vereinsgeschichte wird nicht nur in Meisterschaftstabellen geschrieben.

Sie entsteht überall dort, wo Menschen zusammenkommen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen.

Seit über 100 Jahren rollt der Ball in Winterbach.

Und unsere Geschichte geht weiter ...

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#Verein#Vereinsnews